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Irene's gesammelter Reisebericht aus Ägypten

"Unsere Anreise"

Nach vier Stunden Flug sind wir müde, da wir die vorangegangene Nacht fast kein Auge zugetan hatten, am 03. Oktober in Hurghada gelandet. Nachdem wir uns durch die langen Schlangen an der Paßkontrolle geschlängelt hatten, versuchten wir im Gedrängel am Gepäckband unsere Koffer zu ergattern, als wir dies geschafft hatten, mußten wir den Zollbeamten noch den Inhalt unserer vielen Gepäckstücke zeigen, wie immer halt, wenn man mit so viel Zeug anreist.

Nach dieser Prozedur hielten wir Ausschau nach einem Taxi, welches uns zum Hotel Giftun fahren sollte. Dort trafen wir uns dann mit James, der uns gleich in unser neues zu Hause fuhr. Wir wohnen zusammen mit einem Holländer in einem zweistöckigen Bungalow. James ließ uns erst einmal allein, damit wir unser Gepäck verstauen konnten. Das Haus ist ganz nett, wir suchten uns zu erst eines der noch freien Schlafzimmer aus und richteten uns wohnlich ein. Ich war gleich wieder am Putzen und räumen, damit wir uns auch in unserem Zimmer wohl fühlen. Das Haus hat vier Schlafzimmer,ein großes Ess- und Wohnzimmer, Küche, Bad und Gäste-WC.

Gegen 16.00 Uhr machten wir uns dann auf zur Tauchbasis, doch dort war die Hölle los und James meinte, es würde reichen wenn wir morgen früh zum arbeiten kommen würden. Gesagt getan, also gingen wir erst einmal einen Happen essen. Das Giftun ist ein, wie soll ich sagen, ein Deutschländer Hotel, sogar die Kellner können deutsch sprechen, ist jetzt nicht so ganz mein Fall, denn ich rede im Urlaub gerne in einer anderen Sprache, doch schließlich sind wir nicht auf Urlaub hier, also egal. Das Hotel hat sich etwas verändert und sieht jetzt nicht mehr so aus wie vor acht Jahren, als wir hier auf Urlaub waren. Es ist eine große Poollandschaft und noch ein paar neue Gebäude dazu gekommen.

Am Abend kam dann unser Mitbewohner Will mit Perrine, einer französischen Tauchlehrerin zu uns und wir unterhielten uns ein Weilchen. Gegen später tauchten dann noch ein paar Holländer auf und es wurde noch ein netter Abend. Als alle aufbrachen um noch in die Bar zu gehen, sagten wir gute Nacht und fielen totmüde ins Bett.

Nachdem wir aus unserem Koma erwachten, zogen wir uns an und gingen zur Tauchbasis. Dort bekamen wir von Timm, der die rechte Hand von James ist alles erklärt und gezeigt, was für uns wichtig ist. Thomas fuhr gleich um 10.00 Uhr mit Timm raus zum Checktauchgang der Gäste und ich arbeitete mich im Büro und im Shop ein.

Leider kann ich im Moment noch nicht soviel über Ägypten berichten, da wir ja jeden Tag bei der Arbeit sind. Diese macht allerdings sehr viel Spaß, wir haben ganz nette Kolleginnen und Kollegen. Sollten wir irgendwann einmal einen Ausflug planen, dann werde ich darüber berichten, doch noch heißt es erst einmal Malochen, denn ausgeruht haben wir uns genug.

Die Ägypter sind ein nettes Völkchen, nicht so aufgeschlossen und so herzlich, wie die Balinesen, aber das liegt wohl am Klima, denn hier ist es so abartig heiß, bei 35 Grad im Schatten ist das ja auch kein Kunststück. Die Sprache ist auch sehr schwer, jedenfalls für mich, da ich mich gerade der Indonesischen Sprache gewidmet habe, jetzt heißt es arabisch lernen, wir haben ja eine ganze Weile Zeit dafür. Die Sprache ist ganz witzig und die Männer, das sind die die ihre Frauen hinter Tüchern verstecken sülzen einem ständig an..................................................................24.10.2002

April 2003.

Halli, Hallo, wollte mich mal wieder melden, denn die letzten Monate war ich ziemlich schreibfaul, aber über die Arbeit läßt sich nicht all zu viel berichten und um uns die Sehenswürdigkeiten an zu sehen, hatten wir leider noch keine Zeit.

Doch einmal an einem unserer freien Tage, haben wir die Hotelstadt El Gouna, die 22 km nördlich von Hurghada liegt, mit dem Minibus besucht. Diese pastellfarbene Hotelstadt ist komplett am Reisbrett entstanden und wirkt auch ziemlich künstlich. Ein Netz teilweise künstlicher Lagunen zieht sich durch die Stadt, vorbei an noblen Hotels mit Golfplätzen. Wir mieteten uns so ein kleines Boot und durchfuhren diese Kanäle, das war ganz witzig. Leider gibt es dort keine schönen Strände und man kann nur in den Cafés abhängen oder durch die Shop´s bummeln. Wenigstens sind hier die Verkäufer nicht so aufdringlich, dazu wurden sie extra angewiesen. Aber ein Tag in El Gouna reicht, Urlaub wollte ich dort nicht machen, denn man bekommt überhaupt nichts von dem ägyptischen Leben mit.

Vielleicht sollte ich doch mal etwas über unsere Arbeit berichten. Thomas fährt morgens mit dem Boot auf See und kommt erst gegen 16.30 Uhr wieder, außer wenn er Tauchkurs hat. Ich arbeite von 7.45-11.00 Uhr und von 15.00-18.00 Uhr, die Zeiten sind allerdings variabel, je nachdem wieviel in der Tauchbasis los ist. In der Mittagspause gehe ich meistens mit meiner Kollegin Christina ins Fitness-Center und anschließend an den Strand. So gesehen lebe ich hier im Schlaraffenland, ich habe einen Putzmann, der das Haus reinigt, in dem wir wohnen und die Wäsche bringen wir in die Wäscherei. Ich genieße dieses tolle Leben zur Zeit richtig, wer weiß wie lange das noch so bleibt.

Manchmal frage ich mich, wie ich das früher alles geschafft habe, 8 Stunden am Tag arbeiten, in der Mittagspause zum einkaufen und am Abend und Wochenende waschen, kochen, putzen, bügeln und dann noch ins Fitness-Center. Doch so will ich das nicht mehr haben, das steht fest. Ich will nicht leben um zu arbeiten, sonder arbeiten um zu leben. Man braucht wirklich nicht viel zum glücklich sein, ein Dach über dem Kopf, Essen und Trinken, eine sinnvolle Aufgabe, ein Ziel und einen guten Partner und das Wichtigste Gesundheit. Was nützen einem zig Häuser, Autos und Geld, wenn der Spaß am Leben fehlt. Genug schlau raus gesprochen, zurück zu hier.

Zur Zeit wohnen wir alleine im Staff Haus, denn unser Holländer arbeitet nicht mehr bei uns und Dirk aus dem Blue Water Dive Resort, ist ins Nachbarhaus zu seiner Freundin gezogen.
So alleine im Haus ist auch ganz nett, man kann nackt durch die Bude springen, ohne daß es jemand stört und Heim kommen wann man will ohne leise zu sein. Aber irgendwann werden wir das Haus wieder teilen müssen, dann heißt es wieder Klamotten anziehen und die netten kleinen Eigenheiten der anderen akzeptieren.

Mehr habe ich heute leider nicht zu berichten, aber ich gelobe Besserung und werde jetzt einmal im Monat ein paar Zeilen über unser Leben hier schreiben. Es ist zwar nicht besonders spannend, aber dafür schön, schön, schön!!!!!!

13.04.2003

Hallo Leute!!!!

Ich habe endlich mal wieder etwas zu berichten, denn wir haben uns auf die Spuren der alten Pharaonen gemacht und Luxor, Assuan und Abu Simbel erkundet.

Gerne wären wir alleine mit dem Auto oder Mofa in die alte ägyptische Hauptstadt Luxor, damals noch Theben genannt, gefahren. Doch dies ist aus Sicherheitsgründen seit dem Luxoranschlag nicht möglich. Also setzten wir uns am 18.06.2003 in den Touribus und fuhren im Konvoi `gen Süden. Gegen 11.00 Uhr kamen wir in Luxor an. Dort wurden wir von unserem Fahrer, wie verabredet abgeholt. Wir ließen uns erst einmal in unser Hotel fahren. Wir hatten uns für ein Zimmer im Mövenpick Hotel entschieden und dies war kein Fehler. Das Hotel liegt auf einer Insel im Nil und ist wirklich eine Oase der Ruhe. Wir aßen erst einmal zu Mittag und machten dann noch ein Schläfchen.


Um 15.00 Uhr ließen wir uns zum Karnak-Tempel fahren. Zum Glück war es nicht mehr ganz so heiß wie bei unserer Ankunft und wir liefen mit einem gemieteten Führer durch den beeinduckenden Tempel. Der Säulenensaal gefiel mir am besten.

Es ist kaum vorstellbar, wie es die Menschen vor fast fünftausend Jahren geschafft haben, ohne Maschinen diese riesigen Säulen und Obelisken zu errichten. Nach eineinhalb Stunden Führung fuhren wir weiter zum Luxor Tempel. Doch hier liefen wir alleine durch und bestaunten die uralten Säulen und Statuen. Wir waren wirklich tief beeindruckt von diesen uralten Monumenten. Am Abend fuhren wir noch einmal mit dem Taxi in die Stadt. Leider waren wir fast die einzigsten Touris und wurden dementsprechend von den Händlern belagert (stört am ersten Tag nicht wirklich, ich betone: ersten Tag). Wir flüchteten schnell in ein Lokal, in dem wir auch die einzigen Gäste waren und aßen lecker zu Abend.

Das mit dem Essen war wohl nicht so der Glücksgriff, denn am nächsten Morgen wachten wir mit Magenkrämpfen und Durchfall auf. Wir nahmen gleich die harten Drogen gegen den Durchfall, bissen die Zähne zusammen und fuhren mit Mohammed zu den Sehenswürdigkeiten. Zu erst bestaunten wir die Memnonkolosse, diese Statuen sind 20 m hoch, allein die Füße 2 m lang und einen Meter dick.

Danach fuhren wir zu Der El-Medina, hinterher landeten wir bei den Nobelgräbern, dort sah ich das erste Mal richtige Mumien, die unter einer Klappe und am Ende eines langen, tiefen, dunklen Schachtes lagen, war richtig unheimlich und ganz schön stickig. Ich war froh als ich dort wieder rauskamen.

Hier wollte uns der Führer wieder richtig abzocken und die Kinder bettelten uns ständig an, also flüchteten wir zum Hatschepsut Tempel.

Anschließend schleppten wir uns von Magenkrämpfen gequält durch das Tal der Könige. Am liebsten hätte ich mich gleich selbst in einen Sarkopharg gelegt, so beschwerlich waren oft die Wege zu den einzelnen Grabkammern und das bei 45° im Schatten und mit Bauchweh.

Doch das Innere der letzten Ruhestätten der Pharaonen machte dies alles wett, mir fehlen einfach die Worte um diese Leistung der alten Ägypter zu beschreiben, man muß es sich einfach mit eigenen Augen ansehen und sich selbst ein Urteil bilden, selbst Thomas der ja nicht so auf alte Gemäuer steht fand es toll. Man muß allerdings etwas schmerzfrei sein, wenn man hier die Sanitären Einrichtungen aufsuchen muß (iiiiiiiiiiiiii).

Gegen 13.00 Uhr waren wir mit unserer Besichtigung am Ende und wollten nur noch ins Bett und schlafen, was wir sogleich in die Tat umsetzten, nachdem wir vom Zimmerservice was gutes zu Essen bekommen hatten. Den Rest des Abends verbrachten wir im Bett, das war auch ganz nett.

Schon am nächsten Tag ging es uns wieder besser. Wir stürmten das leckere Frühstücks- Buffet und um 9:00 Uhr saßen wir im Zug auf dem Weg nach Assuan. Unser Ziel erreichten wir gegen 12:00 Uhr. Auch hier wollen einem die Taxifahrer übers Ohr hauen, man muß nur hart bleiben und gegebenen Falls weglaufen, wir ließen uns ins Old Cataract Hotel fahren (man gönnt sich ja sonst nichts, Arbeitsgenehmigung machts möglich) und bezogen gleich ein wunderschönes Zimmer, mit Terrasse und genialem Nilblick. Schon Agatha Christie hat es sich hier gut gehen lassen, ihr Roman "Tod auf dem Nil" und der gleichnamige Film sind hier entstanden. Es gibt sogar eine Agatha Christie Suite, doch die ist selbst mit Arbeits-genemigung unbezahlbar.


Das Hotel ist wirklich der absolute Traum. Damals hatten die Architekten noch was auf dem Kasten. Das Hotel ist voll von Kuppeln, Bögen und Erkern.

Als abschreckendes Beispiel steht daneben das Neue Cataract Hotel, das eher einem spanischen Bettenbunker gleicht und die ganze Landschaft verschandelt.

Nach dem Mittagsschlaf nahm ich ein ausgiebiges Schaumbad.

Danach fuhren wir mit dem Taxifahrer Mohammed (wie sollte er auch anders heißen, so heißt jeder zweite Ägypter) in die Stadt. Wir machten uns gleich auf die Suche nach dem Hosenschneider, von dem ich im Reiseführer gelesen habe. Den aus dem Buch haben wir nicht aufgetrieben, aber da ja so gut wie nichts los ist hatten wir gleich einen anderen am Hals, bei dem wir nach langen Verhandlungen eine Hose für mich in Auftrag gaben. Anschließend gingen wir an der Uferpromenade zum Essen, wieder einmal war das Lokal unser.

Der absolute Knaller ist das Frühstück im "1902" Restaurant im Cataract Hotel hier blieben keine Wünsche offen, war super lecker.



Um 9:00 Uhr flogen wir dann nach Abu Simbel. Der Flug dauert etwa 45 Minuten und ist auf alle Fälle besser, als drei Stunden im Bus zu sitzen. Dort angekommen ging es gleich mit dem Bus zum Tempel von Ramses II und dessen Frau Nefetari. Sie muß wirklich seine Lieblingsfrau gewesen sein, wenn man sich dieses Bauwerk ansieht. Im nachhinein muß ich sagen, daß mir Abu Simbel von allen Tempel am besten gefallen hat und das liegt nicht zu letzt an der Tatsache, daß man das Bauwerk in den 60er Jahren um 90 Meter höher versetzt hat, um ihn vor den Fluten des Nasser Stausees zu retten, ist einfach nur unglaublich.


Um 14:30 Uhr waren wir wieder im Hotel und aßen auf unserer Terrasse zu Mittag und was war dann angesagt? Genau, schlafen, wir hatten ja schließlich Urlaub und was will man bei der Hitze auch sonst tun. Heute schauten wir uns von der Terrasse aus den schönen Sonnenuntergang an.


Hinterher machten wir wieder die Stadt unsicher und waren wieder mal alleine im Lokal beim Abendessen. Es war schon komisch immer so alleine im Restaurant zu sein.

Heute war die Besichtigung des Staudamms angesagt. Nunu hat uns mit seinem Kumpel vom Hotel abgeholt und dorthin gefahren. Anschließend machten wir ein Diel mit einem Bootsjogi, der uns zum Kalabsha Tempel fuhr. Dort waren wir die einzigsten Besucher. Wir hatten sozusagen eine private Führung.

Wieder zurück am Ufer fuhr uns Nunu zum unvollendeten Obelisken. Auch dort waren wir alleine, hier konnte man schön sehen, wie der Obelisk aus dem Granit gemeißelt wurde und er wegen Rissen nicht zur Vollendung kam.
Am Abend fuhren wir mit dem Boot auf die Insel Philae dort schauten wir uns die tolle Sound and Light Show an. Die war wirklich schön.

Danach waren wir auf Empfehlung in einem schönen ägyptischen Lokal in dem es, man höre und staune sogar noch andere Gäste außer ans gab und das Essen war super lecker.

Um 9:00 Uhr fuhren wir mit Nunu mit dem Boot zur Kitchener Insel, das hätten wir uns allerdings sparen können, denn wer schon so oft in den Tropen war wie wir muß sich nicht in der Wüste so einen sparigen botanischen Garten ansehen. Wir sind kurz durchgebummelt, hatten aber dann so die Nase voll von Besichtigung, daß wir uns zurück zum Hotel fahren ließen. Wir fuhren noch in die Stadt und holten die Sachen vom Schneider ab und machten uns dann noch einen kühlen Nachmittag im Hotel. Um 18:00 Uhr fuhren wir dann mit dem Zug wieder nach Luxor. Es war wirklich eine schöne Rückfahrt, wenn die Sonne so im Nil versinkt. Unsere letzte Nacht verbrachten wir im Old Winter Palace Hotel.

Es hat mir jetzt nicht ganz so gut gefallen wie im Old Cataract Hotel, denn es war irgendwie zu alt und so übertrieben vornehm.

Leider war die Woche viel zu schnell um und wir mußten mit dem Bus wieder zurück nach Hurghada fahren. Es war auf alle Fälle eine sehr schöne Erkundungstour. Vielleicht machen wir im Winter noch eine Kairo-Tour.

Am 29. Dezember 2003 haben wir Ägypten verlassen um im März 2004 unser neues altes Ziel Bali anzusteuern.

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